Hier fehlt ein Radweg
Der ADFC Oberursel/Steinbach verdeutlicht seine Forderung nach einem Radweg an der Frankfurter Landstraße mit einem Banner quer über die Straße. Die Verschiebung des Radwegbaus auf irgendwann will der ADFC nicht akzeptieren.
Mit einem Banner “Hier fehlt ein Radweg” demonstrierte die Ortsgruppe für ihre Forderung, den geplanten Radweg an der Frankfurter Landstraße jetzt zu bauen. Die Stadtverordneten-Mehrheit in Oberursel hat für die Verschiebung des Baus gestimmt und ihn an die Verlängerung der Nassauer Straße gekoppelt. Das lehnt der ADFC ab, weil völlig unklar ist, ob jemals das umstrittene Straßenprojekt realisiert werden kann.
Jetzt die gravierende Lücke im Radwegenetz der Stadt schließen
Vorzehn Jahren wurde das Radverkehrskonzept Oberursel entwickelt und beschlossen. Die Nord-Süd-Achse von der Hohemark bis zur Stadtgrenze Frankfurt-Niederursel ist darin eine der priorisierten Verbindungen in der lang gezogenen Stadt. Aber gerade an einer besonders engen und gefährlichen Stelle, den etwa 600 Metern entlang der Friedhofsmauer an der Frankfurter Landstraße, passiert nichts. Stattdessen wird die “Beerdigung” des Radwegs beschlossen. Aber:
Verzicht auf Radweg steht im Widerspruch zu Grundsatzbeschlüssen …
Damit widersprechen die Stadtverordneten einer Reihe ihrer bereits gefassten Beschlüsse grundsätzlicher Art wie dem Radverkehrskonzept von 2016, dem Nahmobilitätsplan von 2020 sowie dem Verkehrspolitischen Leitziel von 2021: „Der Fuß- und Radverkehr werden sicher auf durchgängigen Wegen geführt.“ .
… und zu den Wünschen und Bedarfen der Bürgerinnen und Bürger
Sie missachten zudem die Wünsche der Bürgerinnen und Bürger, die sich in mehreren Runden aktiver Bürgerbeteiligung (z.B. zum Radverkehrskonzept 2016, zum Nahmobilitätsplan 2020) für einen Radweg entlang der Friedhofsmauer ausgesprochen haben.
Sie missachten den offensichtlichen Bedarf für eine sichere, direkte Radverbindung zwischen der Kernstadt und Bommersheim bzw. Weißkirchen und weiter nach Frankfurt . Durchschnittlich 453 Radelnde, darunter Schulkinder und Pendler, passieren täglich die Dauerzählstelle an der U-Bahn-Station Bommersheim.
Chancen für Verkehrswende und Klimaneutralität verspielt
Der Lückenschluss in der direkten Verbindung zwischen Kernstadt und Frankfurt bietet großes Potenzial für die Verlagerung von Pendlerverkehren vom PKW auf das Fahrrad. 2970 Ein- und 6550 Auspendler von und nach Frankfurt nutzen heute überwiegend den PKW. Damit verursachen sie in erheblichem Umfang klimaschädliche Treibhausgasemissionen und tragen zur partiellen Überlastung des gut ausgebauten Straßennetzes in Oberursel bei. Das Verlagerungspotenzial ist erheblich, wenn attraktive Alternativen bereitstehen. Dies zu nutzen wäre ein entscheidender Beitrag zum Erreichen der von der Stadt angestrebten Klimaneutralität bis 2045, die nur erreichbar ist, wenn der Verkehrsbereich seine Emissionen im ersten Schritt bis 2030 um 35 Prozent reduziert, so das Klimaschutzkonzept 2024.