
An der Kreuzung Bahnstraße/Eschborner Str. mit der Oberhöchstadter Str. und dem Praunheimer Weg könnte eine Rotmarkierung die Sicherheit erhöhen. © ADFC Oberursel/Steinbach
Steinbacher Parteien zu den ADFC-Wahlprüfsteinen
Die vier demokratischen Parteien haben mitgeteilt, welche verkehrspolitischen Schritte sie in der nächsten Jahren auf den Weg und in die Umsetzung bringen.
Die Stadtverordneten in Steinbach haben beschlossen, dass die Stadt bis 2045 klimaneutral sein soll. Die Veränderung der Mobilität ist ein wesentlicher Baustein, um dieses Ziel zu erreichen. Die vier demokratischen Parteien CDU, FDP, GRÜNE und SPD haben uns mitgeteilt, welche verkehrspolitischen Schritte sie in der nächsten Legislaturperiode auf den Weg und in die Umsetzung bringen. Der vollständige Text der Antworten findet sich im PDF.
Sichere Schulwege und Schulstraße Hessenring
Eine Schulstraße an der Geschwister-Scholl-Schule halten alle Parteien für unterstützenswert. Die GRÜNEN könnten sich einen Prüfantrag an den Magistrat mit anschließender Diskussion und Beschlussfassung in den entsprechenden Ausschüssen vorstellen. Die FDP will erst prüfen, unter Berücksichtigung der Erfahrung anderer Kommunen und der Auswirkungen auf Anwohner. Die CDU will verhindern, dass sich das Sicherheitsproblem nur auf andere Straßen und Plätze verlagert. Sie hält eine temporäre Sperrung nur für durchsetzbar, wenn sich freiwillige Helfer dafür finden. Hier wird die Verantwortung schlicht weitergereicht.
Das Programm „Besser zur Schule“ hält die CDU für umgesetzt, da der Schulwegeplan alljährlich an die Erstklässler verteilt werde und von der Hompage der Stadt Steinach herunterzuladen sei. Die FDP will zudem den vom ADFC initiierten Laufbus unterstützen.
Sicherheit für Radahrende durch Rotmarkierung
Der ADFC möchte, dass die rote Bodenmarkierung der vorhandenen Haltelinien in der Bahnstraße an den Kreuzungen mit Rechtsabbiegern erneuert werden, um das Unfallrisiko für Radfahrer zu reduzieren. Die Parteien unterstützen den Vorschlag, besonders an der Kreuzung mit der Kronberger Straße. Die GRÜNEN ziehen in Erwägung, an Engstellen über kleine Schwellen zwischen Fahrbahn und Radweg diese zu trennen. Laut CDU habe die Stadt die Erneuerung der Markierung in ihrem Arbeitsprogramm.
Radweg vom Kreisel Richtung Weißkirchen
Der ADFC fordert, auf der Bahnstraße hinter dem Kreisverkehr bis zum Eingang nach Weißkirchen die laufenden Planungen für einen Radweg zügig durchführen. Die Parteien befürworten das. Die SPD schlägt vor, während der Bauzeit den Fußweg über die S-Bahnbrücke auch für Radfahrende freizugeben. Gekoppelt ist die Baumaßnahme an den Bau des Feuerwehrgerätehaus. Die CDU wird die Umsetzung dieser Pläne in der nächsten Stadtverordnetenversammlung im Auge behalten.
Parken in der Obergasse und anderen Straßen
Parkende PKW können für Radfahrende gefährlich werden, durch plötzliches Öffnen der Fahrertür oder unbedachtes Zurücksetzen. Da viele PKW-Besitzende Parkmöglichkeiten an ihren Wohnungen haben, sollte Gehwegparken untersagt und das Verbot kontrolliert werden. Besonders in der Obergasse, denn dort ist der Fußweg auf der einen Seite aufgrund der parkenden Autos auf dem Gehweg für Menschen mit Kinderwagen, Rollstühlen etc. nicht zu benutzen.
Für die CDU ergibt sich daraus kein Handlungsdruck, denn der andere Gehweg sei ja breit genug. Für sie steht der "hohe Parkdruck” im Vordergrund, für den sie aber keine validen Argumente anführt. Stattdessen führt sie an, dass in der Feldbergstraße das Einschränken des Parkens auf einer Straßenseite nicht allen Anwohnern gefiel. Die FDP argumentiert ähnlich. Ein generelles Zurückdrängen des Parkens im öffentlichen Raum lehnt sie ab. Maßnahmen müssten die Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmer berücksichtigen. Diese Parteien gewichtet hier ganz offensichtlich die Bedürfnisse einer Gruppe höher als die der anderen Gruppen.
Sichere Abstellanlagen
Hier herrscht große Einigkeit aller vier Parteien mit dem ADFC, der zusätzliche Abstellmöglichkeiten fordert am Friedhof, an den Kindergärten, besonders am Neubau im Süden, an den Spielplätzen und an beiden Sporthallen (Altkönighalle, Friedrich-Hill-Halle). Die CDU verweist auf die von ihr durchgesetzten Fahrradboxen und deren vorgesehene Erweiterung am Bahnhof. Die GRÜNEN möchten Fahrradständer auch an Bushaltestellen, da oft nur Teilstrecken mit dem Rad gefahren würden.
Winterdienst und Reinigung der Wege
Von Steinbach aus führen viele Radrouten in die Nachbarorte über landwirtschaftliche Wirtschaftswege, die gleichwohl öffentliche Straßen sind. Deren Verunreinigung und der fehlende Winterdienst sind daher für Steinbacher Radfahrende ein besonderes Ärgernis, dessen sich der ADFC seit einiger Zeit annimmt. Betroffen sind auch der Radweg an der Eschborner Straße zwischen Steinbach und Eschborn und der Radweg zwischen Steinbach und Niederhöchstadt. Die Parteien haben die Problematik erkannt und auch, dass diese nicht allein durch die Steinbacher Politik und Verwaltung zu beheben ist. Die GRÜNEN verweisen darauf, dass der Kreis ein Radverkehrskonzept mit entsprechender Periodisierung verabschiedet habe. Für eine verlässliche Umsetzung müssen entsprechende Gelder im Haushalt eingestellt werden. Im übrigen seien interkommunale Absprachen erforderlich, die unter Einbindung von Hessen Mobil in einem interkommunalen Mobilitätsworkshop beschlossen werden könnten. Ebenso setzen SPD und CDU auf Gespräche mit den Nachbarkommunen Oberursel und Eschborn sowie mit dem Kreis und Hessen mobil. Die FDP möchte zudem geeignete Räumtechnik für Radwege prüfen.
Radschnellweg FRM 5
Dessen Realisierung wünschen sich im Prinzip alle Parteien, weil, wie die SPD schreibt die “Vernetzung zwischen den Kommunen notwendig [ist], um auf das Auto dauerhaft verzichten zu können”. Die GRÜNEN möchten sichergestellt sehen, dass die Steinbach-Aue möglichst wenig beeinträchtigt wird. Die CDU sieht sich nicht in der Pflicht, sich in Steinbach für den Radschnellweg zu engagieren, da er vom Regionalverband geplant werde. Das stimmt jedoch nur begrenzt. Der Regionalverband hat den gesamten Weg im Blick, die konkrete Planung vor Ort muss jedoch in der Kommune erfolgen.
Querung der Eschborner Landstraße
Die sichere Querung der Eschborner Landstr.( L 3006 ) in Höhe der “schiefen Bäume” soll über eine Bedarfsampel erfolgen, die Hessen mobil , so die CDU, bereits zugesagt habe. Der SPD will im Mai dazu nachfragen. Auch der ADFC wird weiter beobachten, was an dieser gefährlichen Stelle in naher Zukunft verbessert wird.

